"Insolvenz ist kein Beinbruch"

Dem Idar-Obersteiner Musikunternehmen Riverflow droht die Insolvenz. Wir haben mit Gründer Kevin Quint über den Verlauf der letzten Monate gesprochen und wie es nun für den Künstler weitergeht.

Kevin, ihr müsst mit Riverflow wahrscheinlich Insolvenz anmelden. Welche Entwicklungen haben in den letzten Monaten dazu geführt?

Kevin: Letztes Jahr waren wir in Vollzeit für Riverflow unterwegs und haben dabei den Fokus auf Events gelegt und weniger auf unsere Tätigkeit als Label. Damit sind wir ein bisschen von unserem Kerngeschäft weggekommen, da wir Riverflow eigentlich als Label gegründet haben, aber in Absprache mit unseren Partnern haben wir uns auf Events fokussiert. Seit Januar letzen Jahres haben wir dann an der Veranstaltung Summer Fade Out am Bostalsee gearbeitet, bei der eigentlich Lena Meyer-Landrut als Headliner hätte auftreten sollen. An Vortag fand außerdem ein von uns organisiertes Vanessa Mai Konzert statt. Dort haben uns dann viele Faktoren getroffen, die wir nicht beeinflussen konnten. Lena ist als Headliner abgesprungen, obwohl wir sie seit einem halben Jahr vertraglich gebucht hatten.  Wir haben unsere Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr deutlich ausgedehnt, dennoch blieb die Zuschauerzahl fast identisch.

 

Hat man in der Planung Fehler gemacht?

Kevin: Es gibt einen gewissen Einflussbereich, der aber nicht alle Faktoren abdeckt. Das Wetter war sehr schlecht, der Vorverkauf lief trotz einer hohen Werbeintensität schleppen und dann ist wenige Tage vor dem Event unser Headliner abgesprungen , trotz Vertrag. Dadurch ist ein enormer Schaden, der auch durch keine Eventversicherung abgedeckt wird.

 

Seid ihr teilweise zu naiv an die Sache herangegangen?

Kevin: Wir haben mit sehr erfahrenen Partnern zusammengearbeitet und gemeinsam das Konzept sowie Line Up zusammengestelt. Du hast als Veranstalter immer Probleme bei der Planung von Open-Airs, die gibt es auch bei Events wie Rock am Ring, wo in den letzten Jahren immer mal ein kompletter Tag ausgefallen ist, an dem die Headliner hätten spielen sollen. Wenn du da keine großen Sponsoren im Rücken hast, bricht dir das dann das Genick.

 

Wie geht es nun weiter?

Kevin: Eine mögliche Insolvenz von Riverflow ist schade, aber kein Beinbruch, da Riverflow nur für die Planung von Events zuständig war.  Wir haben speziell für diesen Fall ein zweites Unternehmen gegründet, Vegas Media Enterprises GmbH. Auf dieses haben wir die Labeltätigkeiten ausgelagert. Insolvent gegangen ist lediglich Firma, die auf die Events ausgerichtet war. Mit dem Studio- und Labelbetrieb geht es also unverändert weiter.

 

Lest morgen im zweiten Teil des Interview wie die weiteren Pläne von Kevin als Solokünstler sind, was der Auftritt als Voract von Kollegah bedeuten kann und warum das Label erst einmal keine neuen Künstler unter Vertrag nimmt. Außerdem gibt es zwei Karten für das Konzert mit Kollegah am 25. März zu gewinnen.

 

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