Taiko Spiel in Vollendung - Japanische Trommler begeistern

Ein nahezu ausverkauftes Stadttheater erwartete gespannt Meister Chiaki Toyama und seine sechzehnköpfige Taiko Gruppe Wadaiko Kokubu.

Schon vor zwei Jahren gastierte der aus Osaka stammende  Meister  Toyama in Idar - Oberstein und begeisterte mit seinem lautgewaltigen Ensemble das Publikum. Kein Wunder also, dass viele der damaligen Gäste auch zum diesjährigen Auftritt kamen. Das Auditorium wurde belohnt mit einem furiosen  und für Augen und Ohren fesselnden Auftritt. Der Meister intonierte auf seiner Shakuhachi, einer japanischen Bambusflöte, mehrfach die Eröffnung der einzelnen Stücke. Getragene, oft sanfte Laute, die wie das Streicheln der Grashalme durch den Wind zu den Zuhörern drangen, gefolgt von dem intensiven und energiegeladenen Spiel der Trommler. Der Begeisterung des Publikums folgte das Staunen, wurden die Stöcke doch so schnell geschlagen, dass sie für das Auge kaum noch wahrnehmbar waren.

 Nicht nur das intensive Bearbeiten der verschieden großen Trommeln erfordert viel Kraft. Die Spieler stehen in einer weit gespreizten Stellung hinter den Taiko Trommeln. Dies ermöglicht das Bespielen mehrerer der mit Kuh- oder Pferdehaut bespannten Instrumente. Bis zu vier Trommeln werden von einem einzigen der athletischen Musiker bearbeitet im andern Moment wechseln sich mehrere Spieler in einer wellenartigen Bewegung an der O-Daiko, der großen Trommel ab. 

Das Taiko Spiel ist geprägt von Metaphern und Symbolik. Die Stücke handeln vom Einklang mit der Natur, den Jahreszeiten, Energie und Lebensfreude. Japanische Wurzeln hat auch Uwe Bär, der Organisator für den Spielort Idar-Oberstein. Per Einspielung führte er erklärend in die Stücke ein. Seine angenehm ruhige Stimme steigerte die Spannung und stand im Gegensatz zum oft darauffolgenden musikalischen Orkan den die jungen Spielerinnen und Spieler entfachten. Bis zur körperlichen Erschöpfung schlugen sie ihre Bachis, die Stöcke, auf die Felle aber immer in höchster Konzentration und  Synchronität. 

Der Lohn waren  stehende Ovationen eines total begeisterten Publikums. Bei den Zugaben zeigten die Musiker noch einmal ihr ganzes Können. Es schien kaum möglich dass die Intensität noch gesteigert werden konnte, doch der akustische Sturm, den die athletischen Instrumentalisten entfachten, belehrte das Publikum eines Besseren. 

Meister Toyama und sein Ensemble ließen es sich auch nicht nehmen, nach dem Konzert die Gäste persönlich zu verabschieden und sich zu bedanken. Da der Meister von der Akustik und dem Flair des Stadttheaters sehr angetan war, steht zu hoffen, dass die einzigartige Gruppe bald wieder hier gastiert.

Text und Bilder: Leonhard Stibitz

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