Yannick Wenger: "Ich möchte Edelsteinkönig werden"

„Diese Region ist für mich zur Heimat geworden“, erzählt Yannick Wenger und seine Augen funkeln dabei. Der 25-jährige, der an der Hochschule Trier am Standort Idar-Oberstein Edelstein und Schmuck studiert, ist nämlich in Düsseldorf geboren und aufgewachsen.

Von der Rheinmetropole in den Hunsrück: Wenger scheut offenbar keine außergewöhnlichen Wege. Doch wirklich ungewöhnlich ist das Ziel, das sich Wenger für den Herbst dieses Jahres gesteckt hat: Er möchte der erste Edelsteinkönig der Region werden. Ein Mann will also Repräsentant des Fördervereins Deutsche Edelsteinstraße werden, der seit 1976 bisher 21 Edelsteinköniginnen gekürt hat. Es wäre also ein absolutes Novum, wenn das Amt von einem Mann bekleidet werden würde.

Doch wie kam der Düsseldorfer überhaupt auf diese erstaunliche Idee? „Ich bin eher durch Zufall im Internet darauf gestoßen, dass derzeit die Bewerbungsphase für die 22. Deutsche Edelsteinkönigin läuft“, sagt Wenger und erzählt weiter: „Da ich meine Freizeit vor allem dazu nutze, die vielen schönen Seiten dieser Region kennenzulernen und dank meines Studiums und meiner Begeisterung für Edelsteine mit der Schmuckgeschichte dieser Stadt bestens vertraut bin, kann ich mir nichts schöneres vorstellen, als diese tolle Region in der ganzen Welt zu repräsentieren.“

Irritiert zeigte sich Wenger, der nebenbei als Model jobbt, zunächst von der Tatsache, dass in der Bewerbungsausschreibung der Edelsteinstraße lediglich Frauen angesprochen werden. „Ich habe aber nirgendwo ausdrücklich lesen können, dass Bewerbungen von Männern nicht erwünscht sind.“

Wengers Ambition hat nämlich auch eine politische Dimension. Er fragt: „Ist es denn noch zeitgemäß, dass Männern der Weg in solche Ämter versperrt wird?“ Gerade im Hinblick auf die brandaktuelle Sexismus-Debatte möchte der Student auch ein Zeichen für Gleichberechtigung setzen, und zwar in Domänen, in denen Frauen bisher deutlich überrepräsentiert waren „Wenn ich Erfolg hätte, wäre das ein weiterer Beweis, dass unsere Gesellschaft dazu bereit ist, sich für neue Dinge zu öffnen“, betont Wenger.

Bis gestern hatten die Kandidaten Zeit, ihre Unterlagen und ihr Bewerbungsvideo an die Fachjury zu senden. Wenger hat sich dabei mächtig ins Zeug gelegt und erzählt darin unter anderem von seiner Ausbildungszeit in der Hamburg Schmuck-Dynastie Wempe (am Standort Düsseldorf) und seiner Liebe zum Hunsrück. Drei Minuten geht das Video, geschnitten hat er es selbst und zwar mit viel Liebe zum Detail. „Ich bin echt gespannt, was daraus wird“, sagt der 25-jährige. Und wer weiß, vielleicht wird der Förderverein Deutsche Edelsteinstraße ja im Herbst tatsächlich den ersten Deutschen Edelsteinkönig präsentieren.

 

Max Storr 

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