Dreyer ist Einsatzkräften "unglaublich dankbar"

Das Unwetter am Sonntagabend hat im Fischbachtal zu Verwüstung geführt, zum Glück ist es beim Sachschaden geblieben, keine Person wurde durch die gewaltigen Wassermassen verletzt. Die Schäden stellen jedoch Firmen und Privatpersonen vor existenzielle Probleme.

„Es sind viele Firmen betroffen, große und auch kleine“, macht die CDU-Bundestagsabgeordnete Antje Lezius deutlich. Eine Bäckerei in Fischbach müsse die komplette Produktion einstellen, ein Bestattungsinstitut habe beide Leichenwagen verloren. Die Firma Effgen hat es ebenso erwischt wie das Busunternehmen Fillmann, deren abgestellte Fahrzeuge allesamt Schrottwert hätten. Bei der Firma Wayand liege nach ersten Kalkulationen ein Schaden in einer Höhe von gut vier Millionen Euro vor. Wegen den „immensen Schäden“ müsse man dafür sorgen, dass den Firmen unter die Arme gegriffen werde, forderte Lezius.

Nicht nur den Firmen hat es böse mitgespielt, auch die IGS Herrstein steht vor der Frage, wie der Unterricht bis zu den Sommerferien weiterlaufen soll. Im Erdgeschoss „war nicht mehr viel zu retten“ konstatierte die Schulleiterin Antje Petri-Burger und erläuterte, dass vorerst auf den Standort in Rhaunen ausgewichen werde.

Und selbst die Helfer, die zum Schutz anderer Personen ausgerückt waren, müssen Schäden beklagen. „Das Unwetter konnte erst einmal gar nicht als solches wahrgenommen werden, da wir schon durch einen Maschinenbrand bei der Firma Wayand im Einsatz waren“, schilderte der Wehrleiter der Verbandsgemeinde, Nils Heidrich, die Ereigniskette. Als die zahlreichen Notrufe eingingen wurde priorisiert, die Menschenrettung stand im Vordergrund. Aber die Flutwelle hat auch das Feuerwehrhaus getroffen, alle Privatfahrzeuge der sich im Einsatz befindenden Personen wurden bis zur Lenkradnarbe überflutet. „Die Kameraden waren geschockt“, beschrieb Heidrich die Situation.

Quelle: Yann Walsdorf

In diesem Fall bat Landrat Matthias Schneider (CDU) die Landesregierung um eine „kurzfristige und unbürokratische Hilfe. „Das wäre ein deutliches Signal an das Ehrenamt im Katastrophenschutz.“

Darüber, dass dieser in der schwierigen Lage ausgezeichnet reagiert hatte, waren sich alle Anwesenden einig. „Die Hilfe ist unersetzlich, dafür sind ihnen die Menschen und auch wir unglaublich dankbar, das ist besonders hervorzuheben“, lobte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die außerordentliche Leistung der Einsatzkräfte. Trotz der „totalen Katastrophe“ müsse man erwähnen, dass „kein Mensch zu Schaden gekommen ist“, unterstrich sie.

Wie mit dem Sachschaden umzugehen sei, sei „ganz schön kompliziert“. Dort gebe es einen Unterschied zwischen öffentlichen Gebäuden und Privatleuten, die keine Versicherung besitzen und damit besonders hart betroffen sind. „Wir müssen unbürokratisch gucken, dass man die Schadensereignisse abschichtet und schauen, wer braucht welche Hilfe“, erklärte sie das Prozedere. Zudem seien Spenden in einer solchen Situation äußerst wichtig, da es in Einzelfällen, in denen keine Versicherung vorliegt, schwierig mit der Hilfe werden könne. Viele Menschen seien bereit zu spenden und die Hilfsbedürftigen zu unterstützen.

Quelle: Yann Walsdorf

Während die Kräfte, die teilweise seit 30 Stunden im Einsatz waren, eine Ruhepause bekommen, bevor es morgen von neuem losgeht, trudeln weitere schlechte Nachrichten ein. Für den Dienstag gibt es weitere Warnungen vor schweren Unwettern im Kreis. Zudem droht ein Hang abzurutschen. „Das durch den Starkregen gesättigte Erdreich ist ins Rutschen geraten“, schildert Michael Walsdorf vom THW die kritische Situation. „Falls der Hang noch weiter rutscht, ist ein Wohnhaus betroffen. Die Anwohner müssten evakuiert werden.“ Im Moment sei ein Geologe unterwegs, der die Lage überprüfe. „Ein erneuter Regenfall in ähnlicher Stärke wird der Hang nicht überstehen“, macht er deutlich. Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt.

 

Tim-Julian Schneider

Bildmaterial: Yann Walsdorf

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