Birkenfeld: Geschwindigkeit bleibt Hauptursache bei Verkehrsunfällen mit Verletzten

Die Polizeiinspektion Birkenfeld zieht Bilanz aus ihrer Verkehrssicherheitsarbeit im Jahr 2015. Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit schwerverletzten Personen.

Falsches Abbiegen, Wendemanöver oder Rückwärtsfahren sind mit 16,13 Prozent Hauptunfallursache aller Verkehrsunfälle im Dienstgebiet. Der Gefährdung und Schädigung anderer wird die Polizei durch konsequente Geschwindigkeitsmessungen, aber auch durch Präventionsmaßnahmen, begegnen. 

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Birkenfeld wurden im vergangenen Jahr 750 Verkehrsunfälle registriert, davon 61 Unfälle mit Personenschaden. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Verkehrsunfälle gestiegen; 2014 registrierte die Polizei insgesamt 623 Verkehrsunfälle. Bedauerlicherweise kamen bei 8,13 Prozent aller im Jahr 2015 registrierten Verkehrsunfälle Personen zu Schaden. In 16 Fällen wurden eine oder mehrere Unfallbeteiligte so schwer verletzt, dass eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus erforderlich war. Erfreulicherweise ging hier trotz Unfallmehraufkommen die Zahl der Schwerverletzten gegenüber dem Vorjahr um zwei zurück.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 86 Personen schwer- oder leicht verletzt. Fast jeder sechste Verkehrsunfall ist auf ein Fehlverhalten beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren zurückzuführen. In 121 Fällen (16,13 Prozent) waren solche Fahrfehler unfallursächlich. In 12,40 Prozent aller Fälle führte zu geringer Sicherheitsabstand zu schädigendem Ereignis. 

Zu schnelles oder nicht angepasstes Fahren steht mit 80 Fällen (10,67 Prozent) an dritter Stelle der Gesamtunfallursachen; ist jedoch Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit schwerverletzten Personen. In fast der Hälfte aller Verkehrsunfälle, bei denen schwere Personenschäden eintreten, ist Geschwindigkeit die Ursache. 

Präventionsarbeit durch verstärkte Präsenz und die Durchführung von Verkehrskontrollen (Laser- und Radarmessungen), insbesondere im Hinblick auf die Überprüfung der Fahrtüchtigkeit, sind Auswirkungen dieses Trends. 

Missachtung der Vorfahrt war in nur einem Fall mit schwer verletzter Person unfallursächlich. Im Vorjahr waren es noch drei Fälle.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich prozentual auch die Zahl derjenigen, die sich nach Unfallverursachung unerlaubt von der Örtlichkeit entfernen, leicht verringert. Die Polizei Birkenfeld registrierte im Jahr 2015 insgesamt 93 (12,4 %) Unfallflüchtige, 2014 waren es 89 (14,29 %).

Unfallflüchtig ist, wer sich als an einem Verkehrsunfall Beteiligter vom Unfallort entfernt, ohne zuvor dem anderen Unfallbeteiligten die Feststellung seiner Personalien ermöglicht zu haben oder hierzu wenigstens eine angemessene Zeit gewartet zu haben. Des Weiteren auch derjenige, der sich zwar erlaubterweise vom Unfallort entfernt hat, die erforderlichen Feststellungen aber nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.

Erfreulicherweise konnten 46,24 Prozent der Fälle aufgeklärt werden, gegenüber 41,57 Prozent aus dem Vorjahr. Dies gelingt  durch die Aussagen von Unfallzeugen, die Hinweise zum Geschehen geben können. Ebenso hilfreich sind neue Polizeitechniken der Spurensuche, die bei der Aufklärung von Verkehrsunfallfluchten  zur Verfügung stehen. 

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist kein Kavaliersdelikt.

Die Betrachtung der Verkehrsunfallstatistik 2015 nach Personengruppen ergibt,  dass junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren prozentual an jedem fünften Unfall beteiligt sind. Die Zahl von 155 Verkehrsunfällen, verursacht in 2015 durch die Risikogruppe der jungen Fahrer, ist seit 2012 prozentual fast unverändert. 

Die Gruppierung der Senioren war 2015 an 90 Unfällen beteiligt, was prozentual nur eine leichte Erhöhung zu den Vorjahreszahlen darstellt.  Die Gruppe der Senioren hat im Jahr 2015 einen Anteil von zwölf Prozent  an allen Verkehrsunfällen. Hauptfehlerquellen sind hier die so genannten Parkplatzunfälle.

Motorradunfälle ereigneten sich im Jahr 2015 insgesamt elf, im Vergleich zum Vorjahr (18) ein deutlicher Rückgang.   

Im ländlich geprägten Dienstbezirk der Polizei Birkenfeld konnten 320 Wildunfälle registriert werden, was  einen Anteil von 42 Prozent aller Verkehrsunfälle darstellt. Somit ist also fast jeder zweite Verkehrsunfall ein Wildunfall.

Verhaltensregeln zur Vermeidung von Wildunfällen sind auf der Homepage der Polizei Rheinland-Pfalz unter folgendem Link nachlesbar:

http://www.polizei.rlp.de/internet/nav/075/075709c6-071a-9001-be59-2680a525fe06.htm

Die Homepage bietet zudem weitere Hinweise und Verhaltensregeln zu den unterschiedlichen Fragestellungen der Verkehrssicherheitsarbeit.

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