Lezius ignoriert die Bedürfnisse hunderttausender Menschen

Dr. Joe Weingarten äußerst sich zum Abstimmungsverhalten von Frau Lezius zum Thema "Ehe für Alle": Ich bedauere die von Antje Lezius angekündigte Ablehnung des Gesetzentwurfes zur Einführung der “Ehe für Alle” sehr.

Die Gewissensentscheidung einer Abgeordneten respektiere ich, aber gewählte Volksvertreter müssen sich auch vor Augen führen, für wen sie eigentlich handeln und wem sie mit ihrem Abstimmungsverhalten schaden.

Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wird von einer sehr großen Mehrheit in der deutschen Bevölkerung befürwortet. Der jetzt zur Abstimmung stehende Gesetzentwurf ermöglicht es hunderttausenden von homosexuellen Menschen, mit dem Partner oder der Partnerin, die sie lieben, eine feste Verbindung einzugehen, die der bisherigen, auf Mann und Frau ausgerichteten Ehe komplett gleich gestellt wird. CDU und CSU haben dieses Vorhaben bislang verhindert. Durch die Ankündigung von Grünen, SPD und FDP, die Gleichstellung in der nächsten Legislaturperiode umzusetzen, ist die Union jetzt unter Zugzwang gekommen und hat ihren Abgeordneten frei gestellt, dem Gesetz zuzustimmen.

Viele CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete, auch aus Rheinland-Pfalz, haben angekündigt, dem Gesetz zustimmen zu wollen. Dass Antje Lezius dagegen stimmen will, enttäuscht mich und viele Betroffene. Sie wendet sich damit gegen einen wichtigen Schritt der Gleichstellung homosexueller Menschen in Deutschland, auch in unserer Region. Sie erkennt dabei offenbar nicht, dass deren Bekenntnis zur Ehe ein im Kern konservatives Anliegen ist, dass der CDU eigentlich entgegen kommen müsste: Die “Ehe für alle” schwächt die Ehe als Lebensform nicht, sondern sie zeigt, wie attraktiv diese dauerhafte Verbindung auch heute noch ist. Gut so. Welchen ernsthaften Grund kann es geben, dem nicht zuzustimmen? Ich finde, Lezius’ Verweigerung ist bürgerfern und – nach meinen Maßstäben – auch nicht besonders christlich.

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