Integrationskonzept vorgestellt

Wie gelingt es, Geflüchtete und Menschen, die aus anderen Ländern und Kulturkreisen in den Landkreis Birkenfeld kommen, nachhaltig zu integrieren? Wie können diese Personen den Weg in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft für ein eigenständiges Leben finden?

Diese Fragen greift das Integrationskonzept des Landkreises auf, das auf Initiative von Landrat Dr. Matthias Schneider erarbeitet und nun in einer gemeinsamen Sitzung des Kreis- und des Sozialausschusses vorgestellt wurde. Mathias Rettermeyer und Sven Lachmann vom beauftragten Institut für Regionalmanagement (IfR) sowie Asylkoordinatorin Danica Brucker, erläuterten das Konzept im voll besetzten Sitzungssaal der Kreisverwaltung. Auch die Zuschauerstühle waren besetzt, was zeigt, wie hoch das gesellschaftliche Interesse im Landkreis an der Integrationsthematik ist. Als weiteren Gast konnte der Landrat Miguel Vincente, Beauftragter für Migration und Integration des zuständigen Integrationsministeriums in Mainz, begrüßen. Dieser betonte in seinem Grußwort, dass er sich sehr freue, dabei zu sein. Bisher habe er noch kein besseres Konzept gelesen, lobte Vincente und hob hervor, dass es ein lebendes Konzept mit Raum zur Anpassung und Justierung sei und als Vorbild für andere Kreise dienen könne. Er sicherte die weitere Unterstützung bei der Umsetzung, auch im Hinblick auf weitere Fördermittel, durch die Landesregierung zu.  Asylkoordinatorin Danica Brucker dankte neben den Mitarbeitern des IfR den Mitgliedern der zur Konzepterstellung eingerichteten Steuerungsgruppe und weiteren ehrenamtlich Tätigen, die die Workshops besucht und mit ihren Ideen das Konzept bereichert hätten. Sie bezeichnete das Konzept als Meilenstein; die eigentliche Integration beginne erst jetzt. 2015 sei man von der Flüchtlingswelle überrollt worden und habe in erster Linie für die Unterbringung und Erstbetreuung der Geflüchteten Sorge getragen. Nun müsse man mit der aktiven Integrationsarbeit mit dem Schwerpunkt der Integration der Menschen in den Arbeitsmarkt beginnen. Im Anschluss erläuterten Mathias Rettermeyer und sein Kollege das Integrationskonzept in Bezug auf die zentralen Erkenntnisse und Fragestellungen und gaben einen Ausblick auf die nächsten Schritte. 30 Expertengespräche, Workshops mit ehrenamtlich Tätigen, die Erkenntnisse der Steuerungsgruppe sowie der Vertreter der Kreistagsfraktionen und den Mitarbeitern der Kreisverwaltung haben zur Entstehung des Konzeptes geführt. Das Konzept sei nur ein Baustein, ein weiterer sei ein aktiv betriebener Prozess. Hierzu steht im Konzept beispielsweise die Integrationsarbeit vor Ort in Form von Stadtteil- und Quartierprojekten – wie das Café International, Streetworking und die Unterstützung der Vereine, die schon heute einen wichtigen Beitrag zur Integrationsarbeit im Kreis leisten. Einig waren sich alle Mitwirkenden und die Vertreter beider Ausschüsse, dass die Steuerungsgruppe fortbestehen soll, um den Dialog zwischen Verwaltung, Fachleuten und ehrenamtlich Tätigen aufrechtzuerhalten. Weiterhin sieht das Konzept die Schaffung einer Koordinierungsstelle Integration beim Landkreis mit entsprechender personeller und finanzieller Ausstattung vor. Auch der Landrat betonte in Richtung Miguel Vincente als Vertreter der Landesregierung, dass dem Landkreis die nötigen finanziellen Ressourcen zur Verfügung stehen müssten. Der Kreisausschuss werde die Einrichtung einer Koordinierungsstelle weiter verfolgen. So beschlossen auch die beiden Ausschüsse das Integrationskonzept des Nationalparklandkreises Birkenfeld einstimmig in der vorgelegten Fassung. Das Integrationskonzept wird in Kürze auf der Homepage des Landkreises eingestellt.

 

Bild: Landrat Dr. Matthias Schneider überreichte das Integrationskonzept an Miguel Vincente (Mitte).

 

Silke Haller

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