Hunsrück Protectors wollen um die Meisterschaft mitspielen

Die Hunsrück Protectors sind in ihre erste Football-Saison gestartet und konnten das erste Spiel sogar gleich für sich entscheiden. Im Vorfeld des zweiten Saisonspiel gewährt Martin Monz, Abteilungsleiter der Hunsrück Protectors, Einblicke in das Algenrodter Football-Team.

Lieber Martin Monz, wie kommt man auf die Idee, hier im Kreis ein Footballteam zu gründen?

Die ganze Geschichte wurde ursprünglich von Sebastian Drenkelfuss ins Leben gerufen, der zuvor schon bei der ein oder anderen Footballmannschaft in Idar-Oberstein gespielt hatte. Nachdem diese Vereine allerdings scheiterten, setzte er sich mit ein paar ehemaligen Teamkollegen zusammen und gemeinsam wollten sie nochmal etwas auf die Beine stellen.

 

Wie kann man sich die Anfangszeit vorstellen?

Angefangen hat alles auf einem Acker in Algenrodt, genauer gesagt auf dem ehemaligen Footballfield der U.S. Army – wo wir allerdings nach kurzer Zeit von dem Pächter des Platzes wieder vertrieben wurden. Anschließend stellten wir dann die ersten Überlegungen an, welche Grundvoraussetzungen es zu erfüllen gilt, um eine offizielle Spiellizenz erhalten zu können. Ab diesem Zeitpunkt, März 2016, war ich dann auch mit im Boot und habe dabei geholfen, einen passenden Verein für unser Footballteam zu finden. Mit dem VfL Algenrodt konnten wir uns dann auf eine knapp dreimonatige Probezeit einigen, in der dann unter anderem darauf geschaut wurde, inwieweit wir den Rasen belasten.

Von beiden Seiten war dann auch schnell klar, dass eine Zusammenarbeit sehr gut passt, sodass wir zunächst als Sparte innerhalb des Vereins geführt und letztlich als Abteilung aufgenommen wurden.

 

Wie hat man es dann geschafft, genügend Spieler zu gewinnen?

Das war tatsächlich gar nicht so einfach. Zunächst einmal habe ich im Juni 2016 eine Abteilungswahl einberufen, bei der ich zum Abteilungsleiter der Hunsrück Protectors gewählt wurde. Dort habe ich dann auch einen konkreten Plan vorgestellt, der beinhaltete, dass wir in der Saison 2017 noch nicht in die Saison gehen, weil man für ein Footballteam eine ziemlich große Anzahl an Spielern benötigt. Unser Ziel war es, einen Kader von 50 bis 60 Spielern stellen zu können. Leider kamen zu diesem Zeitpunkt erst auf eine Kadergröße von 30 Personen, was bis dato noch nicht reichte, um eine Spiellizenz zu erhalten, da dafür eine Kadergröße von mindestens 35 Personen vorgeschrieben ist. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden die Jahre 2016 und 2017 für den Aufbau des Teams zu nutzen.

Um auf uns aufmerksam zu machen, haben wir verschiedene Social Media Kanäle genutzt und 2017 sogar eine kleine Promo-Tour gemacht, also verschiedene Sportfeste besucht und dort Show-Trainingseinheiten veranstaltet.

Mittlerweile haben wir eine gesunde Mischung an „Rookies“, also Neulingen ,und erfahrenen „Veteranen“ im Team.

 

Geht ihr bei eurer Kaderzusammenstellung nach dem Leistungsprinzip vor und musstet ihr evtl. sogar schon die ein oder andere Absage erteilen?

Grundsätzlich ist jeder bei uns willkommen, ganz egal ob man schon Football-Erfahrungen gesammelt hat oder nicht. In dieser Hinsicht haben wir auch eine ganz bunte Mischung an Spielern, die schon andere Sportarten ausgeübt haben. Wir können es uns auch gar nicht erlauben, rein nach dem Leistungsprinzip vorzugehen, weil es so schon eine große Herausforderung darstellt, Spieler zu gewinnen. Unser Headcoach gibt aber auch jedem Spieler, der regelmäßig trainiert, seine Einsatzzeiten.

 

Wie kann man sich die Trainingseinheiten vorstellen?

Montags, mittwochs und samstags sind unsere Trainingstage. Dabei gibt es jedes mal ein gemeinsames warm-up. Anschließend wird dann die Gruppe aufgeteilt, damit positionsbezogen trainiert wird. Der Montag ist immer unser „Kontakt-Tag“, an dem wir in voller Montur trainieren.

Mittwochs wird dann immer sehr positionsspezifisch trainiert, d.h. es werden dann bestimmte Taktiken und Spielzüge auf den einzelnen Positionen einstudiert.

An Samstagen trainiert in der Regel unser „Special-Team“, das für die Kick-offs, Field goals, etc. zuständig ist.

 

Bei eurem ersten Saisonspiel konntet ihr euch neben einem Sieg auch über ein sehr großes Zuschauerinteresse freuen. Hat euch das überrascht?

Überrascht waren wir nicht, denn es war immer unser Ziel, dass wir so viele Zuschauer nach Algenrodt locken können. Bisher hatten wir auch immer Glück mit dem Wetter, was uns natürlich auch in die Karten gespielt hat. Wir rechnen durchschnittlich mit 250 bis 350 Zuschauern und können uns gut vorstellen, dass zum Spiel am kommenden Sonntag gegen die South West Wolves sogar noch mehr Leute den Weg zu uns finden. Da es gegen St. Wendel ja auch ein kleines Derby ist und sie gleichzeitig wohl unser Hauptkonkurrent in der Liga sind, wird die Stimmung bestimmt gut.

 

Was sind denn eure Ziele für die Saison?

Wir rechnen uns gute Chancen darauf aus, um die Meisterschaft mitzuspielen und in die Oberliga aufzusteigen.

 

Glaubst du, dass es zukünftig immer mehr Mannschaften im Landkreis geben wird?

Nein, das glaube ich nicht. Dafür ist das Einzugsgebiet einfach zu gering und wenn man betrachtet, welchen Aufwand wir betreiben mussten, um einen Kader auf die Beine stellen zu können, halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass sich in der Zukunft noch weitere Mannschaften bilden werden. Darüber hinaus bringt der Spielbetrieb sehr hohe Kosten mit sich.

 

Christopher Schupp

 

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